DUFTENDES · NATURSTOFFCHEMIE

Die Bausteine
der Düfte

Ätherische Öle sind komplexe Gemische. Diese Übersicht erklärt die in den Ölportraits genannten Leitbestandteile – mit Strukturformel, Duftfunktion, Wirkung und Evidenz, Sicherheit, typischem Vorkommen und einem kurzen Literaturhinweis.

Bestandteile entdecken Zu den Ölportraits

Ein Molekül ist noch keine Wirkung.

Die Eigenschaften eines isolierten Stoffes lassen sich nicht eins zu eins auf ein vollständiges ätherisches Öl übertragen. Entscheidend sind Konzentration, Zusammenspiel der Bestandteile, Oxidationszustand, Anwendungsweg und individuelle Empfindlichkeit.

Die Angaben dienen der chemischen und aromatherapeutischen Einordnung. Experimentelle Befunde zu Einzelstoffen sind kein klinischer Wirksamkeitsnachweis und keine Therapieempfehlung.

Leitbestandteile von A bis Z.

Die Auswahl folgt den Zusammensetzungsangaben der 23 Ölportraits. Die Kurzansicht lässt sich bei jedem Eintrag zu einem ausführlichen Profil mit Duft, Funktion, Wirkung, Evidenz, Sicherheit und Literatur aufklappen. Stoffgruppen erhalten eine repräsentative Struktur und einen Hinweis auf ihre chemische Vielfalt.

Strukturformel von 1,8-Cineol
01Oxid · Ether

1,8-Cineol

Stoffklasse Sauerstoffhaltiges MonoterpenVorkommen Bergamottminze
Kurz erklärt

Auch Eucalyptol genannt. Es riecht klar, frisch und eukalyptusartig. Für den isolierten Stoff sind respiratorische und entzündungsbezogene Effekte untersucht; daraus folgt keine allgemeine Wirkung jedes cineolhaltigen Öls.

Strukturformel von 4-Hydroxybenzaldehyd
02Phenolischer Aldehyd

4-Hydroxybenzaldehyd

Stoffklasse Aromatischer AldehydVorkommen Vanille Absolue
Kurz erklärt

Ein aromatischer Begleitstoff der Vanille mit mild süßlicher, balsamischer Prägung. Er ist strukturell mit Vanillin verwandt, besitzt aber keine Methoxygruppe und trägt nur einen Teil zum Gesamtduft eines Vanilleextrakts bei.

Strukturformel von Alpha-Bisabolol
03Sesquiterpenalkohol

α-Bisabolol

Stoffklasse SesquiterpenalkoholVorkommen Kamille blau
Kurz erklärt

Ein weich-blumig riechender Kamillenbestandteil, der auch in Kosmetik eingesetzt wird. Hautberuhigende und entzündungsbezogene Eigenschaften sind experimentell untersucht; Gehalt und Bedeutung hängen stark vom Kamillen-Chemotyp ab.

Strukturformel von Alpha-Bisabololoxid A
04Sesquiterpenoxid

α-Bisabololoxid A

Stoffklasse Sauerstoffhaltiges SesquiterpenVorkommen Kamille blau
Kurz erklärt

Ein charakteristischer Hauptstoff bestimmter Kamillen-Chemotypen. Die sauerstoffhaltige Ringstruktur unterscheidet ihn von α-Bisabolol; seine biologische Bedeutung wird überwiegend anhand experimenteller Daten eingeordnet.

Strukturformel von Alpha-Bisabololoxid B
05Sesquiterpenoxid

α-Bisabololoxid B

Stoffklasse Sauerstoffhaltiges SesquiterpenVorkommen Kamille blau
Kurz erklärt

Strukturell eng mit Bisabololoxid A verwandt, jedoch mit anderem Ringsystem. Es trägt zum chemischen Profil von Kamillenöl bei; ein hoher Anteil ist typisch für bestimmte Herkünfte und Chemotypen.

Strukturformel von Alpha-Bisabolonoxid
06Oxidiertes Sesquiterpen

α-Bisabolonoxid

Stoffklasse SesquiterpenketonVorkommen Kamille blau
Kurz erklärt

Ein oxidiertes Bisabolol-Derivat mit Ketogruppe. Es gehört zu den prägenden Stoffen mancher blauer Kamillenöle, ist aber deutlich weniger klinisch untersucht als das vollständige Kamillenöl.

Strukturformel von Alpha-Copaen
07Bicyclisches Sesquiterpen

α-Copaen

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Zitronenmanuka
Kurz erklärt

Ein holzig-würzig riechender Sesquiterpenkohlenwasserstoff, der in vielen Pflanzenölen nur in kleineren Mengen vorkommt. Er dient in Analysen häufig als Bestandteil des chemischen Fingerabdrucks.

Strukturformel von Alpha-Farnesen
08Acyclisches Sesquiterpen

α-Farnesen

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Ylang-Ylang
Kurz erklärt

Ein langkettiges Sesquiterpen mit grün-fruchtiger, leicht holziger Duftwirkung. Es kommt auch in Fruchtschalen vor und unterstützt in Ylang-Ylang die warme, florale Grundstruktur.

Strukturformel von Alpha-Pinen
09Bicyclisches Monoterpen

α-Pinen

Stoffklasse MonoterpenkohlenwasserstoffVorkommen Tangerine, Yuzu, Zitronenmanuka
Kurz erklärt

Ein typischer Nadelholzstoff mit frischer, harziger Note. Er ist flüchtig und oxidationsanfällig; ältere, oxidierte Produkte können die Haut stärker sensibilisieren.

Strukturformel von Z-Alpha-Santalol
10Sesquiterpenalkohol

(Z)-α-Santalol

Stoffklasse SesquiterpenalkoholVorkommen Sandelholz
Kurz erklärt

Einer der beiden wichtigsten Duftträger des echten Sandelholzöls. Er vermittelt die cremige, weiche und lang anhaltende Holznote; experimentelle Wirkhinweise dürfen nicht mit einer klinischen Arzneiwirkung gleichgesetzt werden.

Strukturformel von Alpha-Terpineol
11Monoterpenalkohol

α-Terpineol

Stoffklasse MonoterpenalkoholVorkommen Neroli
Kurz erklärt

Ein floral-lilienartig riechender Alkohol, der häufig in Blüten- und Zitrusölen vorkommt. Er verbindet frische Kopfnoten mit weicheren Herznoten und ist in Laborstudien antimikrobiell untersucht.

Strukturformel von Benzylacetat
12Aromatischer Ester

Benzylacetat

Stoffklasse EsterVorkommen Ylang-Ylang
Kurz erklärt

Ein intensiv jasminartig-fruchtiger Duftstoff. Er prägt besonders florale Öle und Parfümakkorde; sein Anteil schwankt zwischen den Ylang-Ylang-Fraktionen deutlich.

Strukturformel von Benzylbenzoat
13Aromatischer Ester

Benzylbenzoat

Stoffklasse EsterVorkommen Ylang-Ylang
Kurz erklärt

Ein wenig flüchtiger, balsamischer Fixateur, der den Duft länger auf der Haut hält. Er ist zugleich ein deklarationspflichtiges Duftallergen und bei empfindlicher Haut entsprechend zu berücksichtigen.

Strukturformel von Bergapten
14Furocumarin

Bergapten

Stoffklasse Psoralen-DerivatVorkommen Bergamotte, Bitterorange, Zedratzitrone
Kurz erklärt

Bergapten ist ein nichtflüchtiges Furocumarin und eine wichtige Ursache der Phototoxizität mancher kaltgepresster Zitrusöle. FCF-Aufbereitung entfernt beziehungsweise reduziert solche Stoffe gezielt.

Strukturformel von Beta-Caryophyllen
15Bicyclisches Sesquiterpen

β-Caryophyllen

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Ceylon Zimt, Melisse, Ylang-Ylang
Kurz erklärt

Ein trocken-würziger, holziger Stoff vieler Gewürz- und Blütenöle. Seine Bindung am Cannabinoid-Rezeptor CB2 ist gut untersucht; daraus ergibt sich dennoch keine pauschale therapeutische Wirkung caryophyllenhaltiger Öle.

Strukturformel von Beta-Myrcen
16Acyclisches Monoterpen

β-Myrcen

Stoffklasse MonoterpenkohlenwasserstoffVorkommen Mehrere Zitrusöle
Kurz erklärt

Ein grüner, harziger und leicht balsamischer Begleitstoff vieler Zitrusöle. Er ist sehr oxidationsempfindlich und trägt trotz meist kleinerer Anteile zur natürlichen Duftfülle bei.

Strukturformel von Beta-Phellandren
17Cyclisches Monoterpen

β-Phellandren

Stoffklasse MonoterpenkohlenwasserstoffVorkommen Szechuanpfeffer, Yuzu
Kurz erklärt

Ein frisch-minziger bis pfeffrig-zitrischer Duftstoff. Er unterstützt die lebhafte Kopfnote und kommt je nach Herkunft in stark unterschiedlichen Mengen vor.

Strukturformel von Beta-Pinen
18Bicyclisches Monoterpen

β-Pinen

Stoffklasse MonoterpenkohlenwasserstoffVorkommen Bergamotte, Neroli, Petitgrain, Yuzu
Kurz erklärt

Ein trocken-grüner, harziger Stoff mit frischer Wald- und Schalennote. Wie andere Monoterpene oxidiert er an Luft; sachgerechte, kühle Lagerung ist deshalb wichtig.

Strukturformel von Z-Beta-Santalol
19Sesquiterpenalkohol

(Z)-β-Santalol

Stoffklasse SesquiterpenalkoholVorkommen Sandelholz
Kurz erklärt

Ein zentraler Geruchsträger des Sandelholzöls mit sehr niedriger Geruchsschwelle. Er prägt die typische cremig-süße Holznote besonders stark und ergänzt α-Santalol.

Strukturformel von Beta-Terpineol
20Monoterpenalkohol

β-Terpineol

Stoffklasse MonoterpenalkoholVorkommen Bergamottminze
Kurz erklärt

Ein frischer, krautig-floraler Begleitstoff. Er ist ein Stellungsisomer anderer Terpineole; schon die Position der Hydroxygruppe verändert Geruch und physikalische Eigenschaften.

Strukturformel von Cadina-3,5-dien
21Cadinen-Typ

Cadina-3,5-dien

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Zitronenmanuka
Kurz erklärt

Ein bicyclischer Sesquiterpenkohlenwasserstoff aus der Cadinan-Familie. Er trägt zum trockenen, würzig-holzigen Grundton mancher Manukaöle bei.

Strukturformel von Caryophyllenoxid
22Epoxid

Caryophyllenoxid

Stoffklasse Sauerstoffhaltiges SesquiterpenVorkommen Melisse
Kurz erklärt

Das Epoxidationsprodukt von Caryophyllen riecht trocken-holzig und etwas würzig. Es entsteht natürlich in Pflanzen, kann aber auch bei Oxidation zunehmen und ist analytisch ein wichtiger Marker.

Strukturformel von Chamazulen
23Azulen-Derivat

Chamazulen

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Kamille blau
Kurz erklärt

Chamazulen entsteht erst während der Destillation aus Vorstufen wie Matricin und färbt das Öl tiefblau. Entzündungsbezogene Eigenschaften sind vor allem präklinisch untersucht.

Strukturformel von Citronellal
24Monoterpenaldehyd

Citronellal

Stoffklasse AldehydVorkommen Melisse
Kurz erklärt

Ein intensiv zitronig-frischer Aldehyd mit grüner Facette. Er prägt viele citronellaartige Öle; Aldehyde können Haut und Schleimhäute stärker reizen als viele Alkohole oder Ester.

Strukturformel von Citronellol
25Monoterpenalkohol

Citronellol

Stoffklasse MonoterpenalkoholVorkommen Rose alba, Rosengeranie
Kurz erklärt

Ein weicher, rosiger Alkohol mit frischer Zitrusnuance. Er ist ein Hauptträger vieler Rosendüfte, zählt aber auch zu den kennzeichnungspflichtigen Duftallergenen.

Strukturformel von Citronellylacetat
26Monoterpenester

Citronellylacetat

Stoffklasse EsterVorkommen Kumquat
Kurz erklärt

Ein fruchtig-rosiger Ester mit weichem, leicht grünem Charakter. Schon geringe Mengen können den Duft eines Zitrusöls deutlich runder erscheinen lassen.

Strukturformel von Citronellylformiat
27Monoterpenester

Citronellylformiat

Stoffklasse EsterVorkommen Kumquat, Rosengeranie
Kurz erklärt

Ein rosig-fruchtiger, fein grüner Ester. Seine Geruchsschwelle ist niedrig, weshalb er selbst als Nebenbestandteil den Charakter eines Öls erkennbar mitgestalten kann.

Strukturformel von Delta-Cadinen
28Cadinen-Typ

δ-Cadinen

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Zitronenmanuka
Kurz erklärt

Ein würzig-holziger Sesquiterpenstoff aus der Cadinan-Familie. Er kommt in zahlreichen Blatt-, Holz- und Gewürzölen vor und verstärkt bei Zitronenmanuka die trockene, krautige Tiefe.

Strukturformel von Dodecylacrylat
29Langkettiger Ester

Dodecylacrylat

Stoffklasse AcrylsäureesterVorkommen Pomelo
Kurz erklärt

Ein weniger flüchtiger aliphatischer Ester, der in einzelnen Pomeloanalysen auffällt. Die gemessenen Gehalte hängen stark von Sorte, Probe und Gewinnungsverfahren ab.

Strukturformel von E-Beta-Farnesen
29Acyclisches Sesquiterpen

(E)-β-Farnesen

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Kamille blau
Kurz erklärt

Ein grün-holziger, leicht fruchtiger Pflanzenstoff. In der Pflanzenökologie kann β-Farnesen als Signalstoff dienen; diese Funktion ist von einer Wirkung beim Menschen klar zu trennen.

Strukturformel von E-Beta-Ocimen
30Acyclisches Monoterpen

(E)-β-Ocimen

Stoffklasse MonoterpenkohlenwasserstoffVorkommen Neroli
Kurz erklärt

Ein süßlich-grüner, floral-fruchtiger Duftstoff vieler Blüten. Er ist sehr flüchtig und verleiht Neroli einen Teil seiner hellen, lebendigen Kopfnote.

Strukturformel von E-Calamenen
31Aromatisches Sesquiterpen

(E)-Calamenen

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Zitronenmanuka
Kurz erklärt

Ein würzig-holziger Sesquiterpenstoff aus der Cadinan-Familie. Sein Anteil kann bei Zitronenmanuka je nach Herkunft stark schwanken und den Grundcharakter des Öls mitbestimmen.

Strukturformel von E-Linalooloxid
32Furanoid

(E)-Linalooloxid

Stoffklasse MonoterpenetherVorkommen Bergamottminze
Kurz erklärt

Ein sauerstoffhaltiges Linalool-Derivat mit floral-frischer, leicht teeartiger Note. E- und Z-Form besitzen dieselbe Summenformel, aber eine unterschiedliche räumliche Anordnung.

Strukturformel von E-Zimtaldehyd
33Phenylpropanoid

(E)-Zimtaldehyd

Stoffklasse Aromatischer AldehydVorkommen Ceylon Zimt
Kurz erklärt

Der zentrale Duft- und Schärfestoff von Zimtrindenöl. Er ist experimentell stark antimikrobiell, kann aber Haut und Schleimhäute reizen und besitzt ein relevantes Sensibilisierungspotenzial.

Strukturformel von E-Zimtsäureacetat
34Cinnamylacetat

(E)-Zimtsäureacetat

Stoffklasse Aromatischer EsterVorkommen Ceylon Zimt
Kurz erklärt

Gemeint ist trans-Cinnamylacetat, ein süß-balsamisch und zimtig riechender Ester. Er rundet den scharfen Charakter des Zimtaldehyds ab und trägt zur warmen Duftfülle bei.

Strukturformel von Epi-Beta-Santalol
35Sesquiterpenalkohol

epi-β-Santalol

Stoffklasse SesquiterpenalkoholVorkommen Sandelholz
Kurz erklärt

Ein stereochemisch mit β-Santalol verwandter Sandelholzbestandteil. Er kommt meist in kleineren Mengen vor und ergänzt die weiche, anhaltende Basisnote des Gesamtöls.

Strukturformel von Ethylacetat
36Kurzkettiger Ester

Ethylacetat

Stoffklasse EsterVorkommen Kumquat
Kurz erklärt

Ein sehr flüchtiger, fruchtig-lösungsmittelartig riechender Ester. In natürlicher Spurenkonzentration kann er eine helle, saftige Kopfnote unterstützen.

Strukturformel von Eugenol
37Phenylpropanoid

Eugenol

Stoffklasse Phenolischer DuftstoffVorkommen Ceylon Zimt
Kurz erklärt

Ein warm-würziger, nelkenartiger Stoff. Lokalanästhetische und antimikrobielle Eigenschaften sind bekannt, zugleich kann Eugenol reizen, sensibilisieren und die Blutgerinnung beeinflussen.

Strukturformel von Flaveson
38β-Triketon

Flaveson

Stoffklasse Cyclisches TriketonVorkommen Zitronenmanuka
Kurz erklärt

Ein charakteristisches β-Triketon bestimmter Leptospermum-Öle. Antimikrobielle Eigenschaften sind vor allem im Labor beschrieben; der Gehalt ist stark herkunfts- und chemotypabhängig.

Bergapten als Beispielstruktur eines FurocumarinsBeispiel: Bergapten
39Stoffgruppe

Furocumarine

Stoffklasse Cumarin-DerivateVorkommen Kaltgepresste Zitrusöle
Kurz erklärt

Furocumarine sind eine Gruppe mehrerer verwandter, meist nichtflüchtiger Pflanzenstoffe. Gezeigt ist Bergapten als häufiges Beispiel. Je nach Verbindung und Gehalt können sie unter UV-A-Licht phototoxisch wirken.

Strukturformel von Geranial
40Citral A

Geranial

Stoffklasse MonoterpenaldehydVorkommen Melisse, Petitgrain Citronnier, Zedratzitrone
Kurz erklärt

Die E-Form von Citral riecht kräftig, trocken und zitronig. Zusammen mit Neral bildet sie den Citral-Komplex; beide können Haut und Schleimhäute reizen beziehungsweise sensibilisieren.

Strukturformel von Geraniol
41Monoterpenalkohol

Geraniol

Stoffklasse MonoterpenalkoholVorkommen Melisse, Rose, Rosengeranie, Petitgrain, Zedratzitrone
Kurz erklärt

Ein klar rosig-floraler Duftstoff mit leichter Zitrusnote. Geraniol ist ein wichtiger Rosenbaustein und ein deklarationspflichtiges Duftallergen.

Strukturformel von Geranylacetat
42Monoterpenester

Geranylacetat

Stoffklasse EsterVorkommen Bergamottminze, Petitgrain Citronnier
Kurz erklärt

Ein fruchtig-rosiger, leicht grüner Ester. Er wirkt im Duft weicher als Geraniol und verbindet florale Herznoten mit hellen Zitrusfacetten.

Strukturformel von Germacren D
43Cyclisches Sesquiterpen

Germacren D

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Melisse, Ylang-Ylang
Kurz erklärt

Ein warm-holziger, würziger und leicht grüner Stoff. Er ist in vielen Blüten- und Kräuterölen verbreitet und trägt eher zur Tiefe als zur unmittelbaren Kopfnote bei.

Strukturformel von Gamma-Curcumen
44Cyclisches Sesquiterpen

γ-Curcumen

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffVorkommen Immortelle
Kurz erklärt

Ein warm-würziger, krautiger Bestandteil vieler Immortellenöle. Sein Anteil ist stark herkunftsabhängig und hilft, unterschiedliche Chemotypen analytisch zu unterscheiden.

Strukturformel von Gamma-Terpinen
45Cyclisches Monoterpen

γ-Terpinen

Stoffklasse MonoterpenkohlenwasserstoffVorkommen Bergamotte, Tangerine, Yuzu, Zedratzitrone
Kurz erklärt

Ein frisch-zitrischer, leicht kräuteriger Stoff. Er oxidiert vergleichsweise leicht und kann dabei unter anderem p-Cymen sowie sensibilisierende Oxidationsprodukte bilden.

Strukturformel von Heneicosan
46C21-Alkan

Heneicosan

Stoffklasse Langkettiger KohlenwasserstoffVorkommen Rose alba
Kurz erklärt

Ein nahezu geruchloser, wachsartiger Bestandteil der Stearoptene des Rosenöls. Er trägt wenig zum Duft bei, beeinflusst aber Erstarrungsverhalten und physikalische Eigenschaften.

Strukturformel von Isoleptospermon
47β-Triketon

Isoleptospermon

Stoffklasse Cyclisches TriketonVorkommen Zitronenmanuka
Kurz erklärt

Ein strukturell mit Leptospermon verwandtes β-Triketon. Es gehört zum charakteristischen Triketonmuster bestimmter Manuka-Chemotypen; biologische Aussagen beruhen überwiegend auf Laboruntersuchungen.

Strukturformel von Isomenthon
48Monoterpenketon

Isomenthon

Stoffklasse KetonVorkommen Rosengeranie
Kurz erklärt

Ein minzig-frischer Ketonbestandteil mit grüner Facette. Er erklärt einen Teil des leicht minzigen Untertons mancher Rosengeranienöle.

Strukturformel von Italidion I
49β-Diketon

Italidion I

Stoffklasse Acyclisches DiketonVorkommen Immortelle
Kurz erklärt

Ein charakteristisches, seltenes β-Diketon des Immortellenöls. Italidione kommen als mehrere Isomere und Tautomere vor; die gezeigte Struktur repräsentiert die Diketoform von Italidion I.

Strukturformel von Leptospermon
50β-Triketon

Leptospermon

Stoffklasse Cyclisches TriketonVorkommen Zitronenmanuka
Kurz erklärt

Ein Leitstoff triketonenreicher Leptospermum-Öle. Sein chemisches Grundgerüst ist Vorbild für bestimmte Herbizidklassen; antimikrobielle Befunde zum Naturstoff sind überwiegend präklinisch.

Strukturformel von Limonen
51Cyclisches Monoterpen

Limonen

Stoffklasse MonoterpenkohlenwasserstoffVorkommen Fast alle Zitrusöle
Kurz erklärt

Der wichtigste Duftträger vieler Zitrusschalenöle: frisch, saftig und orangig. Frisches Limonen ist vergleichsweise wenig sensibilisierend, seine Oxidationsprodukte können jedoch Kontaktallergien fördern.

Strukturformel von Linalool
52Monoterpenalkohol

Linalool

Stoffklasse MonoterpenalkoholVorkommen Zahlreiche Blüten-, Kräuter- und Zitrusöle
Kurz erklärt

Ein floral-frischer, leicht holziger Duftstoff mit zwei spiegelbildlichen Formen. Linalool ist breit untersucht; oxidiertes Linalool besitzt ein deutlich höheres Sensibilisierungspotenzial als der frische Stoff.

Strukturformel von Linalylacetat
53Monoterpenester

Linalylacetat

Stoffklasse EsterVorkommen Bergamotte, Bergamottminze, Neroli, Petitgrain
Kurz erklärt

Ein weich-floraler, bergamotte- und lavendelartiger Ester. Er verleiht Düften Rundheit; bei falscher Lagerung kann er hydrolysieren oder oxidieren.

Strukturformel von Methylcinnamat
54Zimtsäureester

Methylcinnamat

Stoffklasse Aromatischer EsterVorkommen Szechuanpfeffer
Kurz erklärt

Ein süß-balsamischer, zimtig-fruchtiger Duftstoff. Er kann dem pfeffrig-zitrischen Profil eine warme, weiche Facette geben.

Strukturformel von Methylsalicylat
55Salicylsäureester

Methylsalicylat

Stoffklasse Aromatischer EsterVorkommen Wintergrün
Kurz erklärt

Der nahezu alleinige Hauptstoff von Wintergrünöl mit intensiv süß-minzigem Geruch. Er wird zu Salicylat verstoffwechselt und kann bei Überdosierung toxisch sein; besondere Vorsicht gilt unter anderem bei Kindern und Gerinnungshemmern.

Strukturformel von Neral
56Citral B

Neral

Stoffklasse MonoterpenaldehydVorkommen Melisse, Petitgrain Citronnier, Zedratzitrone
Kurz erklärt

Die Z-Form von Citral riecht weicher und etwas süßer als Geranial. Beide treten oft gemeinsam auf und werden in Summenangaben häufig als „Citral“ zusammengefasst.

Strukturformel von Nerol
57Monoterpenalkohol

Nerol

Stoffklasse MonoterpenalkoholVorkommen Rose alba, Zedratzitrone
Kurz erklärt

Das Z-Isomer von Geraniol mit frischer, rosig-zitrischer Note. Kleine strukturelle Unterschiede verändern die räumliche Form und damit auch den Geruch.

Strukturformel von Nerolidol
58Sesquiterpenalkohol

Nerolidol

Stoffklasse Acyclischer SesquiterpenalkoholVorkommen Neroli
Kurz erklärt

Ein zart floral-holziger, lang haftender Stoff mit E- und Z-Form. In Düften wirkt er als verbindende Herz- bis Basisnote; Penetrations- und antimikrobielle Eigenschaften sind experimentell untersucht.

Strukturformel von Nerylacetat
59Monoterpenester

Nerylacetat

Stoffklasse EsterVorkommen Immortelle, Petitgrain Citronnier
Kurz erklärt

Ein süß-fruchtiger, rosig-grüner Ester und häufig wichtiger Immortellenbestandteil. Er ist die Acetatform von Nerol und wirkt olfaktorisch weicher als der freie Alkohol.

Strukturformel von Nerylpropionat
60Monoterpenester

Nerylpropionat

Stoffklasse EsterVorkommen Immortelle
Kurz erklärt

Ein fruchtig-floraler Ester mit weicher, leicht wachsiger Note. Er ergänzt Nerylacetat und trägt zum charakteristischen Immortellenprofil bei.

Strukturformel von Nonadecan
61C19-Alkan

Nonadecan

Stoffklasse Langkettiger KohlenwasserstoffVorkommen Rose alba
Kurz erklärt

Ein wachsartiger Bestandteil der Stearoptene von Rosenöl. Sein Beitrag ist eher physikalisch als geruchlich: Bei niedriger Temperatur kann er zur Kristallisation des Öls beitragen.

Strukturformel von Nootkaton
62Sesquiterpenketon

Nootkaton

Stoffklasse KetonVorkommen Pomelo
Kurz erklärt

Ein sehr geruchsaktiver Stoff mit typischer Grapefruit- und Pomelonote. Er wirkt schon in kleinen Mengen prägend und wird außerdem als Repellent-Wirkstoff erforscht.

Strukturformel von Z-Nuciferol
63Sesquiterpenalkohol

(Z)-Nuciferol

Stoffklasse Aromatischer SesquiterpenalkoholVorkommen Sandelholz
Kurz erklärt

Ein weniger bekannter Sandelholzbestandteil mit aromatischem Ring und ungesättigter Seitenkette. Er ergänzt die Santalole und trägt zum komplexen Langzeitduft bei.

Strukturformel von p-Cymen
64Aromatisches Monoterpen

p-Cymen

Stoffklasse Aromatischer KohlenwasserstoffVorkommen Tangerine
Kurz erklärt

Ein trocken-zitrischer, leicht würziger Stoff. Er kann in Pflanzenölen natürlich vorkommen und zugleich durch Oxidation beziehungsweise Dehydrierung anderer Terpene zunehmen.

cis-Rosenoxid als Beispielstruktur der RosenoxideBeispiel: cis-Rosenoxid
65Stoffgruppe

Rosenoxide

Stoffklasse MonoterpenetherVorkommen Rosengeranie, Rosenöle
Kurz erklärt

Rosenoxid existiert in mehreren räumlichen Formen mit unterschiedlicher Geruchsintensität. Gezeigt ist cis-Rosenoxid als wichtiger Vertreter. Schon Spuren erzeugen eine charakteristische rosig-grüne, leicht metallische Note.

Strukturformel von Sabinen
66Bicyclisches Monoterpen

Sabinen

Stoffklasse MonoterpenkohlenwasserstoffVorkommen Tangerine
Kurz erklärt

Ein würzig-grüner, pfeffriger Monoterpenstoff. Er unterstützt die herbere Schalennote und ist wie andere ungesättigte Terpene oxidationsempfindlich.

Alpha-Santalal als Beispielstruktur der SantalaleBeispiel: α-Santalal
67Stoffgruppe

Santalale

Stoffklasse SesquiterpenaldehydeVorkommen Sandelholz
Kurz erklärt

Santalale umfassen mehrere aldehydische Verwandte des Sandelholzgerüsts. Gezeigt ist α-Santalal. Sie kommen meist nur begleitend vor, erweitern aber die trockenen und warmen Holzfacetten.

Alpha-Santalen als Beispielstruktur der SantaleneBeispiel: α-Santalen
68Stoffgruppe

Santalene

Stoffklasse SesquiterpenkohlenwasserstoffeVorkommen Sandelholz
Kurz erklärt

Santalene sind eine Gruppe bicyclischer Sesquiterpene; gezeigt ist α-Santalen. Durch Oxidation können daraus verwandte Alkohole und Aldehyde entstehen. Im Öl begleiten sie die geruchlich wichtigeren Santalole.

Strukturformel eines Kamillen-Spiroethers
69En-In-Dicycloether

Spiroether

Stoffklasse Polyin-EtherVorkommen Kamille blau
Kurz erklärt

Die Kamille enthält mehrere geometrische Formen sogenannter Spiroether beziehungsweise En-In-Dicycloether. Gezeigt ist ein typischer Matricaria-Spiroether; die Gruppe wird überwiegend phytochemisch und präklinisch beschrieben.

Strukturformel von Vanillin
70Phenolischer Aldehyd

Vanillin

Stoffklasse Aromatischer AldehydVorkommen Vanille Absolue
Kurz erklärt

Der zentrale süß-balsamische Geruchsträger verarbeiteter Vanilleschoten. Vanillin ist jedoch nur ein Teil des natürlichen Vanillearomas, das aus zahlreichen flüchtigen und nichtflüchtigen Begleitstoffen besteht.

Vanillinsäure als Beispielstruktur der Vanillinsäure-DerivateBeispiel: Vanillinsäure
71Stoffgruppe

Vanillinsäure-Derivate

Stoffklasse Phenolische AromatenVorkommen Vanille Absolue
Kurz erklärt

Diese Gruppe umfasst Vanillinsäure und verwandte Ester oder Abkömmlinge. Gezeigt ist Vanillinsäure als häufige Grundstruktur. Die Einzelstoffe unterscheiden sich in Flüchtigkeit und Duftbeitrag deutlich.

Strukturformel von Z-Linalooloxid
72Furanoid

(Z)-Linalooloxid

Stoffklasse MonoterpenetherVorkommen Bergamottminze
Kurz erklärt

Die räumlich anders angeordnete Form des Linalooloxids. Sie besitzt eine floral-teeartige Duftwirkung; E- und Z-Isomer werden analytisch getrennt erfasst.

Leptospermon als Beispielstruktur der Beta-TriketoneBeispiel: Leptospermon
73Stoffgruppe

β-Triketone

Stoffklasse MehrfachketoneVorkommen Zitronenmanuka
Kurz erklärt

β-Triketone umfassen mehrere eng verwandte Mehrfachketone, darunter Leptospermon, Flaveson und Isoleptospermon. Gezeigt ist Leptospermon. Ihre Anteile unterscheiden Manuka-Chemotypen; Wirkhinweise stammen überwiegend aus Laborstudien.

Nachvollziehbar und lokal eingebunden.

Die Auswahl der Stoffe folgt den Leitbestandteilen der Ölportraits. Chemische Bezeichnungen und Strukturen wurden mit PubChem und dem Chemical Identifier Resolver des National Cancer Institute abgeglichen. Die Strukturabbildungen sind lokal gespeichert; beim Seitenaufruf werden keine externen Chemiedienste geladen.

Fachliche Grundlagen: Tisserand & Young, Essential Oil Safety (2. Aufl., 2014); Clarke, Essential Chemistry for Aromatherapy (2. Aufl., 2008); Başer & Buchbauer, Handbook of Essential Oils; Sawamura, Citrus Essential Oils; Ramawat et al., Natural Products; PubChem; NCI/CADD Chemical Identifier Resolver.

Zur Strukturabbildung: Bei stereochemisch vielfältigen Stoffen wird die im jeweiligen Portrait genannte beziehungsweise eine verbreitete Form gezeigt. Bei Stoffgruppen ist die abgebildete Verbindung ausdrücklich nur ein Beispiel.

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